Newcraft  10 Tischlereien aus NRW in Kooperation mit dem C-Lab

                                                                              

Es folgten weitere Ausstellungen u.a. auf der Handwerksmesse 1998 und der Kölner Möbelmesse 1999 und dem Designers Saturday 2000.

Auch der C-Hocker wurde von NEWCRAFT gefertigt.

Rahmenregal, selbst verriegelnd, d.h. ohne Leim und Schrauben zu montieren und zu demontieren

Post-Ikea, Schreibtisch aus einer Platte, maßgeschneidert zu variieren, einfache Steckverbindungen

Zarriegel, Tischzarge, Entwurf Friedrich Sulzer

A–A Tischbock, Verschnittfreie Fertigung

Cig Cag Stuhl, Redesign (heute im Kestner Museum Hannover)

Auch die Mass Customization definiert sich in der Tat als handwerkliche Fertigung im Gegensatz zur industriellen Produktion. Doch ein Grundwiderspruch besteht hier nach wie vor in dem Versuch, nicht nur maßgeschneiderte sondern auch ästhetisch individualisierte Produkte massenweise zu produzieren.


Dagegen kann man leicht sagen, dass individuelle Produkte auch individuell zu fertigen sein sollten. Doch 1995 kostete eine CNC-Fräse noch mehrere 100.000.- € und so etwas wie eine Maker Bewegung war noch lange nicht absehbar. Höchstens als ferne Vision, s. "online.produkt".


Nicht ganz von der Hand zu weisen war jedoch bereits die Frage, ob es nicht auch eine Nummer kleiner geht, als bei der Mass Customization? Inzwischen nämlich war auch das Tischler Handwerk gerade dabei, die CNC-Technik einzuführen. Und so gründete sich auf Initiative der Handwerkskammer NRW und des C-Labors ein Verbund von 10 Tischlereien unter dem Namen NEWCRAFT.


1997 demonstrierte Newcraft in Zusammenarbeit mit dem Technologie-Zentrum Holzwirtschaft das neue Herstellungsverfahren auf der Interzum (der Internationalen Zubehör Messe in Köln) mit einem Schreibtisch, der direkt auf dem Messestand in nur 7 Min gefertigt und im Handumdrehen zusammengesteckt wurde.

Platte und Hocker gehören inzwischen zur ständigen Sammlung des  Museums für Angewandte Kunst MAK Wien



In Zusammenarbeit mit NEWCRAFT konnte weiterhin eine ganze Reihe von Produkten entwickelt werden. Im Rahmen des parallelen Forschungsprojekts kam dazu u.a. eine experimentelle Software für maßgeschneiderte Varianten, für den Internet-Vertrieb und für den Aufbau eines virtuellen "Produktverlags".

SPIEGEL spezial, 12/1998

Das NEWCRAFT Projekt dauerte nur bis 2004. Die individuelle Fertigung nach dem Modell der "virtuellen Produktion" war zum damaligen Zeitpunkt aus den Strukturen bestehender Handwerksbetriebe heraus offenbar nicht zu realisieren. 


Fazit: Die "individuelle Produktion", als eine zentrale Möglichkeit der digitalen Revolution, muss sich wohl erst einmal "von unten", d.h. letztlich aus einem digitalen Do-it-Yourself heraus kristallisieren – nicht ohne dementsprechend grundlegend neue Denkmuster, Organisationsformen, Konsum- und Lebensstile.


Dazu kommt noch eine weitere, designspezifische Frage: Gehört zum Gelingen der individuellen Fertigung, bei der der Kunde immerhin schon als "Ko-Designer" bezeichnet wird, nicht auch noch eine so weit wie möglich vom Benutzer selbst zu individualisierende Form? Gewissermaßen in einer generellen "Ästhetik der eigenen Handschrift"

Simplizissimus, Stecktisch aus der "Post-Ikea" Reihe

A cooperation between the C-Lab and

10 joiner's workshops 1997-2004

X–X Tisch,  Verschnittfreie Fertigung